Blick hinter die Kulissen:

Was ist eigentlich Hochsensibilität?

Was bedeutet Hochsensibilität?

Ist Dir Licht oft zu grell? Sind Dir Geräusche immer wieder zu laut? Wird Dir manchmal schlecht von Parfümgeruch? Kannst Du die Stimmungen anderer Menschen wahrnehmen, wenn Du einen Raum betrittst? Dies sind einige der Merkmale sensibler oder hochsensibler Menschen – im Englischen: Highly Sensitive Persons.

In diesem Artikel stelle ich Dir vor, was Hochsensibilität eigentlich ist und woran Du erkennst, ob Du hochsensibel oder auch wahrnehmungsstark bist.  

Was heißt hochsensibel?

Ist Hochsensibilität eine Krankheit? Zunächst einmal ganz wichtig: Hochsensibilität oder Hochsensitivität ist keine Krankheit, sondern ein Persönlichkeitsmerkmal. So wie unsere Augenfarben verschieden ist, so ist es eben auch unsere Wahrnehmung. Hochsensible oder hochsensitive Menschen haben einfach nur eine stärkere Wahrnehmung. Hochsensibilität ist ein Konzept, eine Beschreibung von Merkmalen, unter denen sich ein gewisser Anteil der Menschen sehr stark wiedererkennt.

Woher kommt der Begriff Hochsensibilität?

Highly Sensitive Persons (HSP), also genau übersetzt „hochsensitive Personen“ – diesen Begriff hat die amerikanische Psychologin Dr. Elaine N. Aron gesetzt. Sie forscht seit 1997 in diesem Gebiet. Im Deutschen wurde der Begriff mit „Hochsensible Personen“ übersetzt. Das kann etwas irreführend sein, denn der Begriff „sensibel“ ist in unserer Leistungsgesellschaft etwas negativ besetzt. Gemeint ist eigentlich die Sensitivität – wie ein medizinischer Test, dessen Sensitivität definiert, wie genau er zum Beispiel Krankheiten anzeigen kann.

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...der Menschen sind hochsensibel, hochsensitiv oder wahrnehmungsstark – wie ich es gerne beschreibe.

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...der Hochsensiblen sind eher introvertiert,

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...eher extrovertiert. Übrigens gibt es auch hochsensible Männer, aber anscheinend etwas weniger als Frauen.

Was genau bedeutet hochsensibel zu sein?

Hochsensibel zu sein bedeutet, dass wir (oft unterbewusst) mehr wahrnehmen, mehr Informationen aufnehmen, mehr Reize im Außen auf uns einprasseln. Dies liegt sehr wahrscheinlich an einer höheren Erregbarkeit der Großhirnrinde und eines schwächeren Filters im Thalamus für eintreffende Reize. Hochsensible Menschen haben also eine intensivere Wahrnehmung und sind Reizen stärker ausgesetzt. Und das ist der Knackpunkt. Denn ab einem gewissen Punkt ist unser Nervensystem einfach voll oder übersättigt. Das führt ab einem gewissen Level zur vermehrten Ausschüttung von Adrenalin. Adrenalin macht uns leistungsfähig, aber bei zu viel Adrenalin entsteht Stress. Dann merken wir, dass wir überreizt sind. Vielleicht kennst Du dieses Gefühl? Dann brauchen wir Ruhe, Zeit für uns. Entspannung ist also ein wichtiges Thema für uns.

Die vier Bereiche der Hochsensibilität

Wenn Du überprüfen möchtest, ob Du vielleicht hochsensibel bist, schaue Dir folgende vier Bereiche an. Diese wurden von Elaine Aron definiert:

Sensitivität

Unsere Sinne sind gefühlt sehr stark. Das heißt, vielleicht merkst Du, dass Dir Sonnenlicht schnell zu grell ist oder dass Du Düfte bemerkst, die andere noch gar nicht riechen. Vielleicht empfindest Du Lärm als körperlich schmerzhaft, kannst besonders gut abschmecken oder spürst Berührungen auf Deiner Haut besonders stark und kannst kratzige Kleidung oder die Schildchen an der Kleidung überhaupt nicht ertragen. Menschenmengen können Dir schnell zu viel werden und bei einer Geburtstagsfeier möchtest Du nach zwei Stunden am liebsten wieder nach Hause. 

Erleben der Emotionen

Hochsensible Menschen erleben Emotionen sehr intensiv. Wenn Du zum Beispiel einen traurigen Film schaust, kommen Dir schnell die Tränen. Oder wenn Du ein fröhliches Lied hörst, hebt sich sofort Deine Stimmung.

Wir schwingen schnell mit Emotionen mit und erleben sie intensiv.

Tiefe, gründliche Verarbeitung

Hochsensible Menschen lieben tiefgehende Gespräche, am liebsten 1:1 und denken auch sehr gründlich über Erlebtes oder Themen, die sie bewegen, nach. Auch die Suche nach dem Sinn des Lebens ist für viele hochsensible Menschen sehr wichtig. Damit einher geht auch die Suche nach sinnvoller Arbeit, nach einem sinnvollen Leben.

Erregung

Unser Körper, unser Nervensystem reagiert auf die vielen Eindrücke, die in unserem Kopf ankommen. Deswegen fühlen wir uns schneller gesättigt von Gesellschaft oder Eindrücken als andere Menschen. Dies kann dann auch in einem gestressten Gefühl enden. In Anspannung, kribbeln im Körper, Nervosität. Da wir auch Gefühle wie Ängste oder Sorgen stärker wahrnehmen, kann auch dies zu Stress führen.

Wie entsteht Hochsensibilität?

Wir Menschen reagieren unterschiedlich auf die Reize in unserer Umwelt, das zeigt auch die Wissenschaft. Wissenschaftler sind sich allerdings noch uneinig, ob das Konzept der Hochsensibilität die beste Erklärung dafür ist. Viele Expertinnen und Experten gehe aber davon aus, dass es eine Sensibilitätsskala gibt und die meisten befinden sich irgendwo im Mittelfeld, einige in einem erhöhten und andere in einem sehr niedrigen Bereich. Tatsächlich hat beim Thema Hochsensibilität die Praxis die Wissenschaft überholt. Doch inzwischen gibt es schon einige Studien dazu und es werden auch immer mehr Studien angestoßen. So gibt es eine Studie, bei der schon bei Säuglingen eine unterschiedliche Reaktionsintensität auf Geräusche oder Geschmack festgestellt wurde. Es gibt auch Studien, die eine erhöhte Gehirnaktivität bei hochsensiblen Menschen nachweisen – zum einen im Bereich der Spiegelneuronen, die die Empathiefähigkeit zeigen, zum anderen aber auch in Bereichen, die für Detailverarbeitung zuständig sind. Viele Studien laufen zurzeit unter dem Begriff der Neurodiversität, also der Verschiedenheit unseres Nervensystems. Auch in Deutschland wird inzwischen zum Thema Hochsensibilität an der Helmut-Schmidt-Universität in Hamburg geforscht. Wir dürfen gespannt sein, was dabei noch alles festgestellt wird.

Woher kommt Hochsensibilität eigentlich?

Hierzu gibt es unterschiedliche Thesen oder auch Annahmen. Elaine Aron nimmt an, dass Hochsensibilität meistens angeboren ist – was auch der Test mit den Säuglingen zeigen würde. Zudem gibt es auch im Tierreich unterschiedlich ausgeprägte Sensibilitäten sowohl innerhalb einer Tierart als auch zwischen den verschiedenen Tierarten. Evolutionär gesehen kann eine ausgeprägte Sensibilität auch Sinn machen, um Gefahren oder Details für die Futter- oder Wassersuche auszumachen. Es kann sich also auszahlen kleinste Veränderungen zu bemerken und Geschehenes gut zu verarbeiten, um daraus zu lernen. Es gibt aber auch die Theorie, dass Hochsensibilität durch Anpassung an ein stressiges Umfeld oder durch stark belastende Erlebnisse hervorgerufen wird. Wer in seiner Kindheit in einem Umfeld groß wird, indem das Kind immer auf „hab Acht“ bleiben muss, die Bedürfnisse anderer einschätzen können muss, auf die kleinsten Details achten muss, dessen Nervensystem wird stark in Anspruch genommen und wir lernen mit unseren Fühlern immer im Außen zu sein. So wird unsere Sensibilität quasi trainiert und immer ausgeprägter.

Bin ich hochsensibel? Mach den Test.

Wenn Du wissen möchtest, ob Du hochsensibel bist, mache doch einfach den Test von Elaine N. Aron und finde heraus, ob Du hochsensibel bist. Du erhältst damit auch Tipps zu den Themen Entspannung, Selbstwert stärken und Grenzen setzen von mir. Zum Hochsensibilitäts-Test.

Du weißt schon, dass Du hochsensibel bist? Du würdest gerne mehr im Einklang mit Deinen wahren Bedürfnissen leben, Deinen Selbstwert stärken und Grenzen setzen können – ohne Dich zu verbiegen und gegen Deine Hochsensibilität zu leben? Ich biete ein Coaching-Programm für hochsensible Menschen an. Schau es Dir doch mal an und wenn Du möchtest, buche einfach ein unverbindliches Kennenlerngespräch mit mir.

Dann sprechen wir über das, was Du Dir wünschst, und ich schaue, ob ich Dich dabei unterstützen kann.

Ich freue mich auf Dich,
Lisa!