
Hochsensibel reisen - geht das überhaupt?
Hochsensibel reisen – geht das überhaupt? Denn reisen ist auch anstrengend. Wie ist das bei dir, verreist du gerne? Ich kenne viele hochsensible Menschen, die gerne verreisen – und es gleichzeitig anstrengend finden. Das geht mir genauso. Wie kann man also hochsensibel reisen und dabei stressfrei den Urlaub genießen? Ich habe meine eigenen Erfahrungen hier als Tipps für dich zusammen geschrieben. Wenn du noch mehr kennst, schreib mir gerne!
Warum ist hochsensibel reisen herausfordernd?
Für viele hochsensible Menschen ist reisen wunderschön und gleichzeitig eine echte Herausforderung. Wir lieben wunderschöne Naturlandschaften, die Berge oder das Meer, aber auch die Energie, Kreativität oder Kultur in unbekannten Städten – und trotzdem kann hochsensibel reisen eine echte Herausforderung sein. Neue Umgebungen, laute Geräusche und große Menschenmengen können schnell zu viel werden. Diese Sinnesüberflutung kann uns einfach stressen, was uns den Spaß am Reisen nimmt - wenn wir nicht auf unsere Bedürfnisse achten.
Wenn du hochsensibel bist, ist es wichtig, die Besonderheiten deiner Wahrnehmung zu berücksichtigen, um einen erholsamen Urlaub zu erleben. Das bedeutet, Strategien anzuwenden, die deine Bedürfnisse respektieren und dir helfen, deine Umgebung zu gestalten. Es gibt Methoden, die dir helfen können, diese Herausforderungen zu meistern und die schönen Seiten des Reisens zu genießen!
Denn ich persönlich finde es wichtig, dass wir mit unserer Wahrnehmungsstärke unser Leben gestalten und unseren Gestaltungs- und Lebensraum nicht immer kleiner und kleiner machen, weil manches vielleicht anstrengend ist.
Also, lass es uns passend für dich machen!
Hochsensibel reisen - welches Reiseziel passt zu dir?

Ich reise gerne mit meinem Hund Chuck in die Berge.
Besonders wichtig beim hochsensibel Reisen ist die Wahl des richtigen Ziels und der passenden Umgebung und Unterkunft. Dabei kann deine Wahl ruhig unterschiedlich ausfallen. Nicht alle Hochsensiblen reisen gleich.
Orte in der Natur, wie ruhige Strände, malerische Wälder oder stille Berge, bieten oft eine entspannende Atmosphäre, die ideal für uns wahrnehmungsstarken Menschen ist. Diese Naturlandschaften laden uns ein, sich zurückzuziehen und die eigenen Sinne zu regenerieren. Zudem kann die Nähe zur Natur therapeutisch wirken und dir helfen, Stress abzubauen und neue Energie und Kraft zu tanken.
Gleichzeitig können für Hochsensible auch Städtereisen oder Ausflüge in Städte inspirierend sein. Städte haben eine besondere Energie, hier können wir Kreativität, Geschichte und Kultur erleben. Bei Städtereisen ist es dennoch wichtig, sich nicht zu viel Programm in den Tag zu packen und auch nur einige wenige Tage hier zu verbringen. Denn der Trubel, der anfangs inspirierend ist, wird dann doch schnell zu viel.
Ich plane zum Beispiel nur mit ein bis zwei Programmpunkten pro Tag, genieße zunächst in Ruhe das Frühstück und bin abends auch gerne früh im Bett, statt noch in eine Bar zu gehen.
In beiden Fällen berücksichtige, ruhige Unterkünfte zu wählen, die dir einen Rückzugsort bieten, sobald es dir zu viel werden sollte. Mir hilft es die Lage der Hotels auf Google Maps zu überprüfen – sind da große Straßen oder gar Autobahnen? Dann lieber weiter schauen.
Besonders wichtig: Die passende Reisebegleitung
Hochsensibel reisen, aber mit wem? Achte auf eine passende Reisebegleitung. Wer mir dir verreist, spielt eine entscheidende Rolle für dein Wohlbefinden. Hochsensible Menschen fühlen sich am wohlsten in der Gesellschaft von gleichgesinnten Personen, die mindestens Verständnis für ihre Bedürfnisse haben. Oft ist es hilfreich, mit Freunden oder Familienmitgliedern zu reisen, die ebenfalls feinfühlig sind oder auch Ruhe genießen können. So entsteht eine entspannte Atmosphäre, in der sich jeder wohlfühlt und die gemeinsamen Erlebnisse genießen kann.
Wichtig ist, dass ihr vorab eure Erwartungen und Bedürfnisse austauscht. So kannst du feststellen, ob die Reisebegleitung zu dir passt. Das kann selbst unter guten Freundinnen unterschiedlich sein. Frage, wie der andere gerne den Tag verbringt, wie viel Action er oder sie mag, ob er auch mal Ruhe genießen mag.
Kommuniziere auch vor Ort deine Bedürfnisse. Ihr müsst ja nicht immer alles gemeinsam machen. Auch mit deiner Familie ist es wichtig, dass du deine Bedürfnisse mitteilst und ihr besprecht, wie jeder sich wohl fühlt.
Du kannst natürlich auch alleine verreisen – auch das ist eine tolle Erfahrung, um festzustellen, was du genau brauchst oder magst und deine Entscheidungen für dich zu treffen. Ich habe das nach anfänglichen Bedenken immer gerne gemacht, weil ich ganz bei mir sein konnte.
Entspannt packen für deinen hochsensiblen Urlaub
Das Packen kann für hochsensible Menschen eine stressige Angelegenheit sein. An alles zu denken, alle Eventualitäten, jede Wettermöglichkeiten durchzugehen – das kann schnell zu Overthinking und Chaos im Kopf führen. Um das Packen einfacher zu gestalten, erstelle eine Liste, um alle notwendigen Dinge zu organisieren. Die kannst du dann immer wieder nutzen.
Denke daran, auch persönliche Komfortgegenstände, wie deinen Lieblingsschal oder beruhigende Öle, mitzunehmen, die dir helfen, während des Reisens entspannt zu bleiben. Wenn du auch einen sensiblen Magen hast, nimm zum Beispiel Kräutertropfen oder was auch immer dir hilft, mit.
Nimm dir Zeit zum Packen und packe nicht auf den letzten Drücker. So kannst du später in Ruhe nochmal deine Reiseliste durchgehen, ob noch etwas fehlt. Eine sorgfältige Vorbereitung kann helfen, deine Angst, etwas zu vergessen, zu mindern und dir einen ruhigen Start in den Urlaub zu ermöglichen.
Mir persönlich hilft auch der Gedanke: Das meiste kann man im Urlaub auch kaufen.

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Gestalte die Anreise stressfrei
Eine stressfreie Anreise ist ein wichtiger Bestandteil des hochsensibel Reisens. Plane immer Pufferzeiten ein, damit du dich nicht hetzen musst. Packe in dein Handgepäck Dinge, die dir gut tun oder die du brauchst, wie ein Tuch gegen Zugluft, Sonnebrille, Ohrstöpsel oder Noise Canceling Kopfhörer, Nüsse oder andere kleine Snacks, um den Blutzucker stabil zu halten, und ausreichend Wasser. Auch Bonbons oder Kaugummi helfen mir, Stress abzubauen und den Fokus weg von all den Eindrücken und auf mich zu lenken.
Nutze Entspannungsübungen für dich, wie Atemübungen, Akupressur-Punkte oder kleine Traumreisen zwischendurch. In trubeligen Umgebungen, wie am Flughafen, lasse die Eindrücke durch dich hindurchfließen oder lenke deine Aufmerksamkeit auf dich, spüre deinen Körper, um ganz bei dir zu sein und dich etwas abzuschirmen. Atme tief durch, entspanne deinen Kiefer und freue dich auf das, was dich erwartet.
Gönne dir nach der Anreise einen ruhigen Tag. Du brauchst nicht gleich mit Programm zu starten.
Die Balance zwischen Programm und Entspannung

Ich liebe es Länder und Orte zu entdecken - aber immer im Einklang mit meiner Wahrnehmungsstärke.
Während des Urlaubs ist es entscheidend, ein Gleichgewicht zwischen geplanten Aktivitäten und Entspannungszeit zu finden. Setze dir maximal ein bis zwei Hauptaktivitäten pro Tag und ermögliche dir genug Zeit, um einfach zu sein und zu genießen.
Baue dir auch Tage ein, in denen du einfach in den Tag hineinleben kannst – ganz ohne Programm. Das liebe ich besonders. Es kann hilfreich sein, bestimmte Stunden am Tag als „freie Zeit“ zu definieren, in der du nichts vorplanst und einfach spontan entscheiden kannst, wie du deinen Tag verbringen möchtest. Dies gibt dir die Freiheit, auf deine Bedürfnisse zu hören und flexibel auf deine Energie zu reagieren.
Schaue auch, ob dich die „Fear of missing out“ erwischt – also die Angst etwas zu verpassen. Die kenne ich persönlich auch und muss da immer aufpassen. Begegne ihr bewusst und bleibe bei dir und deinen Bedürfnissen. Fokussiere dich auf dein Hauptziel im Urlaub, zum Beispiel Entspannung und Freude. Dafür musst du nicht alle Sehenswürdigkeiten entdecken.

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Zurück im Alltag: Gönne dir sanftes Ankommen
Hochsensibel reisen – was ist danach wichtig? Nach einem erholsamen Urlaub kann sich der Alltag erstmal komisch und holprig anfühlen. Nimm dir Zeit, um die neuen Eindrücke sacken zu lassen, und akzeptiere, dass es eine gewisse Zeit braucht, um deinen Rhythmus zurückzufinden.
Sei sanft mit dir selbst und setze realistische Ansprüche an deine Rückkehr in den Alltag. Du musst nicht gleich die komplette Wäsche waschen und bügeln oder den Großeinkauf machen. Wenn du Familie hast, teile die Aufgaben auf. Du musst nicht alles eine regeln. Vielleicht kannst du dir sogar einen Tag freinehmen, um in Ruhe anzukommen und den Übergang zu erleichtern.
Lass es bei der Arbeit ruhig angehen – du musst nicht am ersten Tag alle E-Mails durcharbeiten und alle To Dos erledigen. Das ist gar nicht möglich. Stecke dir pro Tag zwei bis drei Ziele, damit du merkst, dass du vorankommst. Genieße ansonsten die Erinnerungen an deinen Urlaub und schaue dir die Fotos noch einmal an.
Mehr dazu in meinem Podcast
In Folge 33 meines Podcasts „Lebe deine sanfte Stärke“ teile ich noch mehr Ideen und Impulse zum Thema hochsensibel reisen sowie persönliche Erfahrungen aus meinen eigenen Urlauben. Wenn du noch tiefer eintauchen möchtest, höre dir die Folge an!:
Hochsensibel reisen - freu dich auf deine nächste Reise!
Wichtig ist wie immer, dass du dich nicht für deine Bedürfnisse auf Reisen verurteilst. Menschen sind unterschiedlich und du darfst dich nach Ruhe und Entspannung sehnen. Lerne deine Bedürfnisse zu äußern und werte dich nicht für deine Bedürfnisse ab. Freu dich auf das, was kommt, was du genießen und entdecken wirst.
Das Leben ist wundervoll und hat so viel zu bieten. Freu dich darüber, dass du es dank deiner Hochsensibilität so intensiv und farbenfroh wahrnehmen kannst.
Ich hoffe, diese Tipps helfen dir, deine nächsten Reisen entspannt und schön zu gestalten. Hochsensibel reisen muss nicht herausfordernd sein – es kann eine wunderschöne Gelegenheit sein, die eigene sanfte Stärke zu entdecken und sich mit der Welt zu verbinden.
Was ist für dich noch wichtig im Urlaub oder auf Reisen? Schreib mir gerne, was dir besonders gut tut oder unterwegs hilft.
Ich freu mich Immer über Austausch mit euch und dir.
Deine Lisa!